Milchkrise

Das hilft in der Milchkrise: Steuerliche und bilanzielle Kniffe

 

 

Die Krise hat die landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland fest im Griff. Besonders betroffen sind die Milchviehbetriebe. Steuerliche und bilanzielle Kniffe können vielen Betrieben helfen, die Krise abzumildern.

Ein großes Problemfeld der Betriebe ist aktuell die Liquiditätslage. Es muss sichergestellt werden, dass keine Überschuldung bzw. Zahlungsunfähigkeit eintritt. In dieser angespannten Liquiditätslage ist es umso wichtiger, dass kein Liquiditätsabfluss durch Steuern eintritt. Das Finanzamt setzt Einkommensteuer- oder (bei GmbH, Genossenschaft, Aktiengesellschaft) Körperschaft- und Gewerbesteuervorauszahlungen fest. Diese basieren aber immer auf den Ergebnissen vorangegangener Wirtschaftsjahre, bei denen der Betrieb möglicherweise sehr viel besser da stand. Zwar werden die Vorauszahlungen mit Erlass des entsprechenden Bescheides wieder erstattet, aber das kann möglicherweise dauern. Bereits vorher sollte der Betrieb die Vorauszahlungen herabsetzen (im Zweifel auf 0 €), um die nötige Liquidität im Betrieb zu halten. Hierfür kann beim Finanzamt ein Antrag auf Herabsetzung der Vorauszahlungen gestellt werden. Wenn kein Gewinn erwartet wird, sollte beantragt werden, die Vorauszahlungen ganz auszusetzen.

Eine weitere Möglichkeit kommt in Frage, wenn bei Aufstellung eines Jahresabschlusses und der dazugehörigen Steuererklärung klar wird, dass trotz der schlechten Lage noch Steuern zu zahlen sind. Das ist nicht unrealistisch, da der Abschluss natürlicherweise für zurückliegende Zeiträume aufgestellt wird. Die Steuern sind aber jetzt zu zahlen, also in einer Situation, in der kein Geld da ist. Hier besteht die Möglichkeit, steuerliche Abschreibungen in erheblichem Umfang nachzuholen und so den Gewinn nochmal wesentlich zu drücken. Das Mittel der Wahl sind hier die sogenannten Sonderabschreibungen. Bei diesen kann bei Wirtschaftsgütern, die im Jahr, für das die Bilanz aufgestellt wird, oder in den vier vorangegangen Jahren angeschafft wurden, eine zusätzliche Sonderabschreibung von 20 % der Anschaffungskosten vorgenommen werden. Voraussetzung ist, dass die Wirtschaftsgüter beweglich sind. Beweglich sind steuerlich auch Stalleinrichtungen, Güllebehälter, Photovoltaikanlagen und andere Betriebsvorrichtungen.

Einen weiteren Angriffspunkt, um die aktuelle Situation zu meistern, stellt die Bilanz des Betriebes dar. Diese stellt für Banken und Lieferanten die Grundlage dar, um Kredite zu vergeben. Je besser die Lage des Betriebes in der Bilanz dargestellt wird, umso eher bekommt der Betrieb die nötigen Überbrückungskredite und umso günstiger sind auch die entsprechenden Zinssätze. Hier gibt es einige Werkzeuge, um die Bilanz völlig legal ein wenig aufzuwerten, ohne dass dies mit höheren Steuerzahlungen verbunden ist.

Es gibt die Möglichkeit der so genannten vereinfachten (oder auch nominellen) Kapitalherabsetzung. Diese kann auch dazu dienen, bilanzielle Verluste zu mindern bzw. ganz verschwinden zu lassen. In der Gewinn- und Verlustrechnung taucht ein Herabsetzungertrag auf, der den Bilanzgewinn erhöht bzw. den Bilanzverlust mindert. Bemessungsgrundlage für die Steuer ist aber der Jahresüberschuss, so dass hierdurch nicht der steuerliche Gewinn erhöht wird (nur der bilanzielle). Die Bilanz stellt sich durch diesen Kniff deutlich besser dar.

Neben den steuerlichen und bilanziellen Maßnahmen müssen natürlich auch die übrigen Stellschrauben im Betrieb bekannt sein. Als wichtigste Maßnahme aus betriebswirtschaftlicher Sicht steht hier die Vollkostenrechnung zur Verfügung. Hier stehen Fragen im Raum wie: Wie wirkt sich eine Kraftfutterreduzierung finanziell aus, wenn zeitgleich die Milchleistung sinkt? Auf welchem Niveau liegen Arbeitszeitbedarf und Arbeitskosten? Welche Auswirkung hat ein zeitweiser Verzicht auf den Zukauf von Färsen? Weiterhin kann besser eingeschätzt werden, ob die Produktion langfristig auch bei geänderter Marktlage rentabel ist. So kann auch der letzte Ausweg – der Ausstieg aus der Produktion – durch Zahlen objektiv bewertet werden.  Ziel ist es, den Betrieb langfristig auf feste Füße zu stellen. Hierzu muss die aktuelle Krise überwunden und allen weiteren Krisen möglichst optimal vorgesorgt werden.

Die Experten von ETL Agrar & Forst unterstützen Sie gerne bei der Optimierung Ihrer Steuern, Ihrer Bilanz und Ihrer Betriebsführung.

(Stand: 27.07.2016)

Alle Artikel zeigen

 

Unsere Standorte

Ansprechpartnersuche
Hier finden Sie unsere Standorte in Deutschland.

 

Wir sind gern für Sie da

Telefon: (030) 2264-1210
E-Mail: Kontaktformular
Überblick: Alle Kontaktdaten
Kostenfreier Rückruf-Service
Persönliche Ansprechpartner


Ein Service der ETL-Fach­kanzleien für Agrarbetriebe und Forstwirte


European Tax & Law

Unternehmen der ETL-Gruppe
Mehr Infos auf www.ETL.de

Entdecken Sie
die Welt von ETL

 
ETL-Gruppe
Regional verbunden, global vernetzt
ETL-Rechtsanwälte
Mehr als 300 Rechtsanwälte auf Ihrer Seite
Kanzlei Voigt
Spezialisierte Rechtsberatung im Verkehrsrecht
ETL Wirtschaftsprüfung
Lösungen für erfolgreiche Unternehmer
ETL Unternehmensberatung
Existenzgründung bis Unternehmensnachfolge
felix1.de
Online-Steuerberatung
ETL Global
Internationale Beratung
ETL Gesundheitswesen
Spezialisierte Beratungen für den Gesundheitsmarkt
ETL ADHOGA
Steuerberatung für Hotellerie und Gastronomie
ETL Franchise
Steuerberatung für Franchise-Nehmer und Franchise-Geber
ETL Personal-Kompetenzcenter
Für ein erfolgreiches Personalmanagement
ETL Agrar & Forst
Steuerberatung für Land- und Forstwirte
ETL Profisport
Beratung für Profisportler aller Disziplinen
ETL SFS
Steuerberatung für Senioren
 
×