Vorsteuervergütungsverfahren nur noch elektronisch möglich

Registrierung zum BOP-Verfahren notwendig

 

Nicht nur in Deutschland und den Ländern der Europäischen Union wird beim Bezug von Waren und Dienstleistungen Umsatzsteuer in Rechnung gestellt. Unter bestimmten Voraussetzungen besteht für Unternehmer dabei die Möglichkeit, die im Ausland gezahlten Beträge als Vorsteuer zu berücksichtigen. Jedoch können Unternehmer die ausländischen Vorsteuerbeträge nicht in der Umsatzsteuererklärung ihres Heimatlandes  geltend machen. Der Erstattungsanspruch ist immer gegenüber der Finanzbehörde des jeweiligen Staates geltend zu machen. Für ausländische Vorsteuer gibt es daher das Vorsteuervergütungsverfahren, sofern der Unternehmer nicht im anderen Land als Unternehmer steuerlich angemeldet ist.

Innerhalb der Europäischen Union ist das Vorsteuervergütungsverfahren seit einigen Jahren bereits in vollem Umfang digital. Die Anmeldung der Vorsteuer und die Übersendung der relevanten Rechnungen erfolgt auf elektronischem Weg beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) im Rahmen des BOP-Verfahrens. Vom BZSt werden die Anträge nach einer Prüfung an die Mitgliedsstaaten weiterleitet.

Seit 1. Juli 2016 sind Vorsteuervergütungen auch für die 50 Länder außerhalb der Europäischen Union, mit denen zwischenstaatliche Abkommen auf Gegenseitigkeit bestehen, auf elektronischem Weg zur Erstattung anzumelden. Die vorsteuerberechtigenden Belege sind aber weiterhin im Original, d. h. in Papierform, einzureichen. Für die elektronische Antragstellung mithilfe des BOP-Verfahrens ist eine einmalige Registrierung beim Online-Portal des BZSt notwendig. Unternehmen, die bereits für das Vorsteuervergütungsverfahren in der Europäischen Union registriert sind, müssen sich nicht erneut registrieren lassen.

Tipp: Grundsätzlich ist noch bis zum 30. Juni 2017 Zeit, die Vorsteuerbeträge aus Drittstaaten des Jahres 2016 zur Erstattung anzumelden. Dennoch ist es ratsam, bereits jetzt die Registrierung beim Online-Portal des BZSt anzustoßen, denn erfahrungsgemäß kann die Registrierung mehrere Wochen dauern. Und die Frist selbst ist eine Ausschlussfrist, die nicht verlängert werden kann.

(Stand: 26.12.2016)

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